Erkrankungen der Hüft & Ellenbogengelenke

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Garantie Röntgen OCD
Hüftgelenkdysplasie Norberg Winkel FPC
HD betroffenes Gelenk Gradeinteilung IPA
Krankheitsentstehung Tabelle EU/ USA Ursache der ED
HD freie Hüfte Ellenbogendysplasie Literatur
Mittlere HD Missbildungen  

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Hüftgelenksdysplasie und Ellenbogendysplasie:
(genannt HD und ED)

Käufer wissen meistens nichts damit anzufangen, wenn sie vom Züchter (dem diese Kürzel ganz normal erscheinen) diese Abkürzungen "HD" und "ED" hören.

Hier eine kleine Tabelle, damit sie auch wissen, ab wann der Hund bei uns nicht mehr im Zuchtbereich liegt.

Hinweis:

Lassen sie sich auch hier vom Züchter oder aber von Ihrem Tierarzt aufklären.

Er kann ihnen Röntgenbilder oder Bücher zeigen, in denen Hüften oder Vordergelenke abgebildet sind.

Hier nun die Tabelle:

Hüftgelenkdysplasie:

HD
HD - Befund
Darf gezüchtet werden ?
A1 - A2
ist frei von Dysplasie
Ja
B1 - B2
Verdacht auf Dysplasie
Ja
C1 -C 2
leichte Dysplasie
Nein
D1 - D2
mittel starke Dysplasie
Nein
E1 - E2
schwere Dysplasie
Nein



Ellenbogendysplasie:
* Wird vom Zuchtverband ( ASCD & ASCA ) nicht gefordert.

ED
Darf gezüchtet werden ?
Frei oder normal Grad 0
Ja
Grenzfall Grad 1
Ja
Grad 2
Nein
Grad 3
Nein

Auch wenn ein Hund aus einer guten Zucht stammt, kann es vorkommen, dass diese Diagnose gestellt wird.

Sollten Sie tatsächlich das Pech haben, einen Australian Shepherd mit HD oder ED zu besitzen,
so seien Sie bitte nicht zu enttäuscht oder gar mutlos.

Er kann trotzdem ein wunderbares, langes Leben führen, ohne jemals Probleme zu bekommen. Es gibt auch für diesen Fall Regeln und Ratschläge, an die Sie sich dann besser halten sollten.

Besprechen Sie das Problem gegebenenfalls mit Ihrem Züchter.

Es kommt immer wieder vor, dass trotz super HD-Werte beider Elternteile und trotz HD- freier Ahnentafel eine E-Hüfte beim Wurf festgestellt wird.

Bitte bedenken Sie:

Der Hund bleibt der gleiche und ist nicht auf einmal deswegen schlechter geworden.

Sie kaufen ein Lebewesen und kein Auto, das man austauschen kann, wenn es nicht so ist,
wie man sich es vorstellt.

Überlegen Sie vor dem Kauf genau, ob Sie wirklich einen Hund für viele Jahre wollen.

Auch wenn er krank wird, müssen Sie zu ihm stehen.



Um es ganz deutlich zu sagen:

Wenn Sie eine Garantie auf einen 100% gesunden Australian Shepherd haben wollen,
dann kaufen Sie sich einen Knopf-im-Ohr-Aussie der Firma St... .

Auch wenn es unser aller Bestreben ist, gesunde, wesensstarke Aussie's zu züchten, so kann Ihnen kein noch so gewissenhafter Züchter dies verbindlich versprechen.

Dass Sie einen gesunden Aussie bekommen, das wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen.

Doch sollte dies nicht der Fall sein, welche Krankheit auch immer Ihr Hund bekommen mag, lieben Sie ihn weiter und stehen Sie zu ihm.

Er ist es wert.

Denn auch er hat eine Seele, die leidet und sich unendlich freuen kann, dass Sie bei ihm sind - bis zu seinem letzten Atemzug.



Hüftgelenkdysplasie:

Was ist Dysplasie?


Dysplasie kommt aus dem Griechischen, wobei dys = schlecht und plasia = Formgebung bedeuten.

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Die Hüftgelenksdysplasie ist eine erblich bedingte Fehlentwicklung des Hüftgelenkes, bei der die Hüftpfanne und der Oberschenkelkopf in ihrer Form nicht aufeinander abgestimmt sind.

Die Fehlbildung kann den Oberschenkelkopf (Form und Größe), die Hüftgelenkspfanne (Form und Tiefe) oder beide betreffen.

Auch kommen Fälle vor, die anfänglich durch einen ungenügenden Gelenksschluß (loses Hüftgelenk) gekennzeichnet sind.

Die Bezeichnung umfasst die angeborene und erworbene Entwicklungsstörung der Hüfte, die in verschiedenen Graden auftritt.

HD betroffenes Gelenk:

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Infolge dieser Entwicklungsstörung kommt es im Laufe der Skelettreifung beim Welpen und Junghund zu verschiedenen Veränderungen am Hüftgelenk.

Betroffen sind die Knochen des Hüftgelenks, die Hüftgelenkpfanne, die vom Becken gebildet wird, der Oberschenkelkopf und der Schenkelhals, außerdem die Gelenkkapsel und die Muskeln der Hüfte und des Oberschenkels.

Während sich in diesem Alter im Normalfall der Oberschenkelkopf (Femurkopf) in der Hüftgelenkpfanne (Azetabulum) zunehmend zentriert, kommt es bei der HD allmählich zu einem Abwandern des Oberschenkelkopfes von der Pfanne.

Diese Lageveränderung des Oberschenkelkopfes kann sich unterschiedlich geprägt fortsetzen und bedeutet eine verschiedengradige, teilweise Ausrenkung des Hüftgelenks (Subluxation).

Im Extremfall verlagert sich der Kopf völlig aus der Pfanne heraus, es hat sich dann eine komplette Ausrenkung (Luxation) des Hüftgelenks entwickelt.

Es gibt auch noch die Form der HD, dass z.B. die Pfanne oder die Kugel nicht genügend ausgebildet ist.



Krankheitsentstehung:

Bestehen nun genetisch bedingte Abweichungen in Form oder Zusammenspiel der genannten Strukturen, so bezeichnet man solche Hüftgelenke als dysplastisch.

Solch eine Fehlbildung bzw. Fehlentwicklung eines oder beider Hüftgelenke kann die unterschiedlichsten Schweregrade aufweisen.

Auch die Ausprägungsform einer HD ist mannigfaltig.

So kann die Hüftgelenkspfanne zu flach sein und/oder der Oberschenkelkopf zu klein.

Jede Abweichung in der Übereinstimmung von Pfanne und Kopf wird als Inkongruenz bezeichnet.

Manche Autoren machen Muskelanomalien (vorrangig einen verkürzten Muskulus pectineus) verantwortlich. Hierdurch werde der an diesen Muskel angeheftete Oberschenkelkopf permanent gegen die Pfannenwand aufgezogen, was wiederum zu den bekannten Folgeerscheinungen führen soll.

Eine weitere Ursache für HD ist ein zu lockerer Gelenkschluß, d.h. der Kopf sitzt nicht fest und straff genug in der Pfanne.

Gründe hierfür sind z.B. zu schlaffe Bänder oder Gelenkkapseln.

Beides, sowohl die Inkongruenz als auch ein zu lockerer Gelenkschluß, kann im Laufe der Zeit zu sekundären degenerativen Veränderungen führen.

Diese stellen sich durch die dauerhaften Fehlbelastungen der Gelenkflächen früher oder später als Schwund des Gelenkknorpels sowie als Exostosen und Arthrosen ein.

Als extreme Folge hiervon wiederum kann sogar eine Luxation des Hüftgelenkes auftreten.

Die knöchernen Veränderungen, die man oftmals bei einer fortgeschrittenen HD auf dem Röntgenbild feststellt, sind also nicht Symptome der eigentlichen Erkrankung, sondern Folgeerscheinungen.

Man bezeichnet dies als Coxarthrose.



HD-frei Hüfte:

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Die HD ist ein genetisch bedingtes Leiden:

Anders als bei bestimmten Körpermerkmalen und auch bestimmten Erbkrankheiten (u.a.Stoffwechselerkrankungen) ist nicht ein einzelnes Gen verantwortlich.

Vielmehr wird die Anlage zur Ausbildung einer HD von verschiedenen Genen beeinflusst, man nennt diese Art der Vererbung auch polygenetisch (polyviel).

Dies ist auch mit ein Grund dafür, dass es bei der HD kein Alles-oder-Nichts-Prinzip, sondern alle nur denkbaren Abstufungen an Schweregraden gibt.

Auch die Beteiligung verschiedener Umweltfaktoren spielt hierbei eine Rolle.

Besonders erwähnenswert sind Fütterung und Bewegung.

Gerade in letzter Zeit konnte man vereinzelt die Meinung hören, dass die HD eine ausschließlich umweltbedingte Erkrankung sei.

Daß dem nicht so ist, gilt allerdings schon seit einiger Zeit als gesichert.

Fraglich ist nur, welchen Anteil die Gene, und welchen die Aufzucht- und Umweltbedingungen spielen.

Das Vorkommen der HD ist bei den einzelnen Hunderassen unterschiedlich, mitunter hat sogar die selbe Rasse in verschiedenen Ländern eine unterschiedliche Frequenz.

Betroffen sind vorrangig mittelgroße bis große Rassen.

Wie wir nun also wissen, erbt der Hund eine bestimmte Veranlagung zur Ausbildung einer HD.

Diese Veranlagung besitzt er bereits bei der Geburt.

Zu diesem Zeitpunkt ist eine Diagnose allerdings noch nicht möglich, da sich die Merkmale der Dysplasie erst im Laufe der Skelettentwicklung bilden.


Mittlere HD:


Teilweise sind diese Merkmale bereits im Alter von einigen Wochen bis Monaten feststellbar, eine eindeutige und endgültige Diagnose kann allerdings erst nach Abschluß des Wachstums, also ab einem Alter von 12 bis 18 Monaten gestellt werden.

Ab der Geburt wirken auch die oben erwähnten Umweltfaktoren auf den Hund ein.

Die meiste Bedeutung haben hierbei die Art der Fütterung sowie Art und Ausmaß der Bewegung.

Als nachteilig haben sich zu energiereiche sowie zu eiweißreiche Fütterung vor allem großrassiger Hunde erwiesen.

Auch übermäßige körperliche Arbeit, z.B. zu frühes und zu ausgedehntes Training, vor allem an der Steilwand, wirkt sich negativ auf die Entwicklung der Hüftgelenke aus.

Eine straffe Kruppen- und Oberschenkelmuskulatur durch moderate, gleichmäßige Bewegung hingegen ist günstig für die Stabilisierung der Hüften.

Optimale Aufzuchtbedingungen die für gewissenhafte Züchter und Halter sowieso eine Selbstverständlichkeit sein sollten, sind für die Aufzucht HD-gefährdeter Rassen und Hunde ein absolutes Muss.

Die klinischen Symptome der HD reichen von einer verminderten Aktivität, besonders auffällig wird dies natürlich bei Junghunden, über Schmerzen beim Aufstehen bis zu passiver Bewegung des Hüftgelenkes.

Der Tierarzt kann durch eine bestimmte Manipulation ein Schnapp-Geräusch des Gelenkes provozieren, das ebenfalls typisch für eine HD ist.

Eine sichere Diagnose allerdings kann erst durch Röntgenaufnahmen gestellt werden.


Starke HD:


Diagnose:
Nach wie vor wichtigstes diagnostisches Mittel ist die Röntgenaufnahme.

Bei manchen Rassen zur Zuchtzulassung Pflicht, sollte generell jeder Hund ab mittlerer Größe (auch Mischlinge) in einem bestimmten Alter (frühestens mit 18 Monaten) HD-geröntgt werden, um Inkongruenzen oder deformierte Gelenksanteile feststellen zu können.

Für eine korrekte HD-Aufnahme wird der Hund sediert (ruhig stellen, beruhigen).

Dies ist notwendig, um eine vollständige Entspannung der Muskulatur zu erreichen.

Der Hund wird auf dem Rücken gelagert, eine Person zieht ihn an den Vorderläufen nach vorne, eine andere streckt die Hinterläufe und dreht sie gleichzeitig nach innen.

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Die Aufnahme muß absolut symmetrisch sein, außer den Hüftgelenken sowie den Darmbeinflügeln müssen auch die Kniegelenke und Kniescheiben vollständig im Bild sein.

Um die Aufnahme dann auswerten zu können, muss der Tierarzt, zumindest bei den leichteren Graden, über einige Erfahrung verfügen, wobei die Anzeichen einer schweren HD auch für Laien oft schon zu erkennen ist.

Die sogenannten "offiziellen" Aufnahmen müssen zur Auswertung an eine zentrale Auswertungsstelle geschickt werden, die je nach Rassezuchtverein unterschiedlich ist.


Röntgen:


Heute ist die Situation so, dass jeder Tierarzt offiziell HD-röntgen darf,
natürlich aber auch für die korrekte Lagerung und die Qualität der Aufnahme verantwortlich ist.

Unter Umständen kann es vorkommen, dass Bilder von der zentralen Auswertungsstelle als nicht auswertbar zurückgehen und erneute Aufnahmen angefertigt werden müssen.

Konkrete Angaben zum Zustand der Hüftgelenke hinsichtlich einer HD können erst nach Abschluss des Epiphysenwachstums gemacht werden, aus diesem Grund fällt auch der Zeitpunkt der offiziellen Röntgenaufnahme nie vor Beendigung des 18. Lebensmonats. (Aussie)

Die Diagnose der HD aufgrund von Röntgenaufnahmen erfordert vom Tierarzt, wie bereits erwähnt, ein gewisses Maß an Erfahrung.

Die endgültige Beurteilung hängt somit ausschließlich von der Meinung eines bestellten
Obergutachters ab - eine nicht unumstrittene Regelung.

Zur Beurteilung des Schweregrades gibt es bestimmte Kriterien,
die dem Auswerter ebenfalls geläufig sein müssen. So müssen die Lagerung, die Pfannenform, die Form des Oberschenkelkopfes, der Sitz des Kopfes in der Pfanne, der Oberschenkelhals und der Gelenkspalt beurteilt werden.



Der Norberg-Winkel:


Statistik
Es wird eine Messung des sogenannten NORBERG - Winkels durchgeführt.

Diese Messung, die mit einer speziellen Schablone direkt am Röntgenbild erfolgt, erlaubt eine objektive Zusatzbeurteilung des Hüftzustandes.

Bei der Messung kommt zwei Hauptkriterien besondere Bedeutung zu:

1. Der Geschlossenheit des Gelenks, soll heißen, Oberschenkelkopf und Beckenpfanne müssen optimal ineinander passen. Die Außenkontur des Oberschenkelkopfes soll vollständig parallel zur Kontur des der Pfanne verlaufen.

2. Der Winkel nach Norberg: Er ist ein objektiver Ausdruck der Tiefe der Beckenpfanne. Er soll 105 Grad oder mehr betragen. Als zusätzliche Kriterien werden entzündliche Veränderungen am Gelenk und natürlich auch das Alter des Tieres berücksichtigt.

Norberg-Winkel ---------------------------A---------B--------C---------D............E

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Gradeinteilung:

HD-Frei: (A1-A2)

Die Gelenkpfanne ist tief, Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne sind gleichförmig.

Es gibt an beiden keine Auflagerungen, der Winkel nach Norberg beträgt mindestens 105°.

Bei hervorragenden Hüftgelenken (frei- A1) umgreift ein Teil des Pfannenrandes den Oberschenkelkopf noch etwas weiter.


HD-Verdacht: (B1-B2)


Oberschenkelkopf oder Pfannendach sind geringfügig ungleichmäßig und der Winkel nach Norberg beträgt 105° oder mehr oder dieser beträgt weniger als 105° und Oberschenkelkopf und Pfannendach sind gleichförmig.

Geringe Unschärfen am Pfannenrand können vorhanden sein

Leichte HD: (C1-C2)

Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne sind ungleichmäßig, der Norbergwinkel ist kleiner 100°.

Geringe Unschärfen am Pfannenrand können vorhanden sein. Eventuell geringe Unschärfen oder geringe Anzeichen arthrotischer Veränderungen.

Mittlere HD: (D1-D2)


Deutliche Ungleichheit zwischen Oberschenkelkopf und der Gelenkpfanne mit Teilverrenkung.

Norbergwinkel größer 90°.

Abflachung des Pfannenrandes und/oder arthrotische Veränderungen.

Schwere HD: (E1-E2)


Auffällige Veränderungen an den Hüftgelenken, z.B. Ausrenkung oder Teilverrenkung. Norbergwinkel unter 90°,

Deutliche Abflachung des Pfannenrandes. Pilzförmige, abgeflachte Verformung des Oberschenkelkopfes oder andere arthrotische Veränderungen.

FCI-Beurteilung
Belgien
A
B
C
D
E
Deutschland
A1 - A2
B1 - B2
C1 - C2
D1 - D2
E 1 - E2
Niederlande
1 Point
2 Points
3 Points
4 Points
5 Points
Schweden
0
-
1
2
E1=3 E2=4
England
0 - 3
4 - 8
9 - 18
> = 19
 
USA - OFA
A1= Excellent
A2= Good
B1 = Fair
B2 = Borderline
C1 - C2 =
Mild / Dysplasia
D1 - D2 =
Moderate / Dysplasia
E1 -E2 =
Severe / Dysplasia


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Ellenbogendysplasie:


Bei der Ellenbogengelenksdysplasie (ED) handelt es sich um eine wahrscheinlich vererbbare Wachstumsstörung der Unterarmknochen (Elle und Speiche).

Dabei kommt es zu einem unterschiedlichen Längenwachstum mit verheerenden Folgen für das Ellenbogengelenk.


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-----------------Röntgenaufnahme von vorne und seitlich (normales Ellbogengelenk)



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-------------------Röntgenaufnahme von vorne und seitlich (massive Arthrose)



Drei dieser Missbildungen haben die folgenden wissenschaftlichen Namen:

OCD:

Osteo Chondrose Dissecans des medialen Abschnittes der Trochlea Humeri,
und Osteochondrose am Humers Kopf, vereinfacht: Knorpel-Knochen-Erkrankung.

FPC:

Fragmentierter Processus Coronideus medialis, auch gebrochener innerer Kronenfortsatz genannt.

IPA:

Isolierter Processus Anconaeus. Dies bedeutet, dass der Krümmungsfortsatz des Ellenbogenhöckers lose ist.

Diese Abweichungen werden unter dem Kürzel ED zusammengefasst.

Das Fatale bei der ED ist, dass die oben aufgeführten Erkrankungen, oder besser gesagt deren Folgen, sowohl einzeln als auch kombiniert auftreten können.

Der Hund leidet unter schmerzhafter Lahmheit, bewegt sich nur, wenn es eben sein muss, und auch die Gliedmassen können Fehlstellungen aufweisen.

Die Beschwerden treten meistens während der stärksten Wachstumsphase, also zwischen dem vierten bis achten Monat auf.

Oft gibt es zwischen den verschiedenen Erkrankungen im Ellenbogengelenk nur geringfügige
Unterschiede.

 



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-----------------Wachstumsfugen Aufnahme von oben und seitlich.



Es ist darum sehr wichtig, einwandfreie und qualitativ hochwertige Röntgenaufnahmen zu machen,

um zu einer richtigen Diagnose zu kommen.

Es empfiehlt sich daher, einen Spezialisten aufzusuchen.


Mögliche Ursachen für ED:

1. Eine starke Überbelastung in der Wachstumsphase,
lange anstrengende Spaziergänge, Fahrradfahren oder übermässiges Treppensteigen.

2. Zu reichliche Fütterung, „hochwertiges" Welpenfutter oder Zufügen von extra Vitaminpräparaten an ausgewogenes Futter, das bewirkt eine Störung des Calcium/P-Verhältnisses.

3. Erbliche Veranlagungen,
obwohl sich bei diesem Punkt die Geister scheiden, denn man weiss noch nicht, welche Faktoren erblich sind.

4. Unfälle, schwere Stürze, Verstauchungen, Brüche und Tumore können ebenfalls ED verursachen.


OCD:


Während der Wachstumsphase kann es vorkommen, dass Knorpel nicht verknöchern.

Diese Stellen bleiben dann dick und sehr empfindlich.

Der Knorpel kann sich von der Unterschicht des Gelenks teilweise oder auch ganz ablösen und lose im Gelenk liegen bleiben.

Der darunter liegende Knorpel verwächst sich jedoch nicht mit dem abgerissenen Stück und er füllt auch das entstandene „Loch" nicht wieder auf.

Durch diese Unregelmässigkeiten im Gelenk entsteht Verschleiss.

OCD offenbart sich häufig so rund nach vier bis sieben Monaten und kommt meist beidseitig vor.
Rüden erkranken in der Regel häufiger als Hündinnen.

Bewiesen ist, dass eine zu reichliche Fütterung (Welpenfutter!) und damit verbunden ein zu hoher Calciumwert OCD verschlimmert.

Meistens handelt es sich um grosse, viel zu schwere Tiere, die nach aussen gedrehte Vorderbeine aufweisen („französisch stehen").

Eine Operation (Abkratzen der Knorpelschicht) ist notwendig, garantiert aber keine hundertprozentige Heilung.


FPC:


An der Innenseite des Ellenbogens finden wir an der Elle ein Knochen-Stückchen, das den Namen Processus Coronoideus trägt.

Wenn er während der Wachstumsphase nicht richtig verknöchert, ist er instabil und kann abbröckeln, um dann lose im Gelenk liegen zu bleiben.

Diese abgelösten Stücke verursachen immer einen Verschleiss im Gelenk (Arthrose).

Es ist sehr schmerzhaft.

Die Probleme treten meistens so ab drei bis zehn Monaten auf. 50 Prozent der Patienten haben es beidseitig.

Nach drei Wochen zeigt sich Besserung.


IPA:


Eine andere Störung ist die Abtrennung des Krümmungsfortsatzes des Ellenbogenhöckers, das auf ähnliche Weise loslassen kann.

Es ist nur mit Knorpel am Knochen verbunden und somit an dieser Stelle gegen mechanische Einwirkung geschwächt.

Der Processus Anconaeus (PA) kann abreissen.

In 30 Prozent der Fälle kommt es beidseitig vor.

Das abgelöste PA muss operativ entfernt werden.

Eine Verbesserung des Zustandes zeigt sich relativ rasch, wenn der Verschleiss noch nicht zu fortgeschritten ist.

Eine weitere Störung im Ellenbogengelenk kann das ungleiche Längenwachstum von Speiche und Elle sein.

Die Teile passen nicht aufeinander.

Es bildet sich eine Stufe. Dieser Zustand kann sich normalisieren.



Alle diese Veränderungen können einzeln oder miteinander auftreten und führen

zwangsläufig zu einer Inkongruenz der Gelenkflächen und somit zu einer gewissen Instabilität.

In den meisten Fällen zieht eine Veränderung die andere nach sich,

womit ein Teufelskreis entsteht. Der Körper reagiert auf diesen Reiz mit Entzündung und

versucht mit Knochenzubildung eine Stabilisierung des Gelenkes zu erreichen, was zu Arthrose

und Schmerz führt.



Wenn der Defekt aber beim bereits erwachsenen Tier festgestellt wird, muss er behandelt werden.


Dr. med. vet. FVH Thomas Baumgartner
Tierklinik Sonnenhof AG, Derendingen


Die Hüftgelenksdysplasie des Hundes

Sylvia M. Linnmann
Parey Buchverlag Berlin
ISBN 3-8263-3213-X




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