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Hüftgelenksdysplasie
und Ellenbogendysplasie:
(genannt HD und ED)
Käufer wissen meistens nichts damit anzufangen, wenn
sie vom Züchter (dem diese Kürzel ganz normal erscheinen)
diese Abkürzungen "HD" und "ED" hören.
Hier eine kleine Tabelle, damit sie auch wissen,
ab wann der
Hund bei uns nicht mehr im Zuchtbereich liegt.
Hinweis:
Lassen sie sich auch hier vom Züchter oder aber
von Ihrem Tierarzt aufklären.
Er kann ihnen Röntgenbilder
oder Bücher zeigen, in denen Hüften oder Vordergelenke
abgebildet sind.
Hier nun die Tabelle:
Hüftgelenkdysplasie:
HD |
HD - Befund |
Darf
gezüchtet
werden ? |
A1 - A2 |
ist frei von Dysplasie |
Ja |
B1 - B2 |
Verdacht auf Dysplasie |
Ja |
C1 -C 2 |
leichte Dysplasie |
Nein |
D1 - D2 |
mittel starke Dysplasie |
Nein |
E1 - E2 |
schwere Dysplasie |
Nein |
Ellenbogendysplasie: *
Wird vom Zuchtverband ( ASCD & ASCA ) nicht gefordert.
ED |
Darf
gezüchtet werden ? |
Frei
oder normal Grad
0 |
Ja |
Grenzfall Grad
1 |
Ja |
Grad
2 |
Nein |
Grad
3 |
Nein |
Auch wenn ein Hund aus einer guten Zucht
stammt, kann es vorkommen, dass diese Diagnose gestellt wird.
Sollten Sie tatsächlich
das Pech haben, einen Australian Shepherd mit HD oder ED zu
besitzen,
so seien Sie bitte nicht zu enttäuscht oder
gar mutlos.
Er kann trotzdem ein wunderbares, langes Leben
führen,
ohne jemals Probleme zu bekommen. Es gibt auch für diesen
Fall Regeln und Ratschläge, an die Sie sich dann besser
halten sollten.
Besprechen Sie das Problem gegebenenfalls mit
Ihrem Züchter.
Es kommt immer wieder vor, dass trotz super HD-Werte beider
Elternteile und trotz HD- freier Ahnentafel
eine
E-Hüfte
beim Wurf festgestellt wird.
Bitte bedenken Sie:
Der Hund bleibt der gleiche und ist nicht
auf einmal deswegen schlechter geworden.
Sie kaufen ein Lebewesen
und kein Auto, das man austauschen kann, wenn es nicht so ist,
wie man sich es vorstellt.
Überlegen Sie vor dem Kauf
genau, ob Sie wirklich einen Hund für viele Jahre wollen.
Auch wenn er krank wird, müssen Sie zu ihm stehen.

Um
es ganz deutlich zu sagen:
Wenn Sie eine Garantie auf einen
100% gesunden
Australian Shepherd haben wollen,
dann kaufen
Sie sich einen Knopf-im-Ohr-Aussie der Firma St... .
Auch
wenn
es unser aller Bestreben ist, gesunde, wesensstarke Aussie's
zu züchten, so kann Ihnen kein noch so gewissenhafter
Züchter dies verbindlich versprechen.
Dass
Sie einen gesunden Aussie bekommen, das wünsche
ich Ihnen von ganzem Herzen.
Doch sollte dies nicht der Fall
sein, welche Krankheit auch immer Ihr Hund bekommen mag, lieben
Sie ihn weiter und stehen Sie zu ihm.
Er ist es wert.
Denn
auch er hat eine Seele, die leidet und sich unendlich freuen
kann, dass Sie bei ihm sind - bis zu seinem letzten Atemzug.

Hüftgelenkdysplasie:
Was ist Dysplasie?
Dysplasie kommt aus dem Griechischen, wobei dys = schlecht und plasia = Formgebung
bedeuten.
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Die
Hüftgelenksdysplasie ist eine erblich bedingte Fehlentwicklung
des Hüftgelenkes, bei der die Hüftpfanne und der
Oberschenkelkopf in ihrer Form nicht aufeinander abgestimmt
sind.
Die Fehlbildung kann den Oberschenkelkopf (Form und Größe),
die Hüftgelenkspfanne (Form und Tiefe) oder beide betreffen.
Auch kommen Fälle vor, die anfänglich durch einen
ungenügenden Gelenksschluß (loses Hüftgelenk)
gekennzeichnet sind.
Die Bezeichnung umfasst die angeborene
und erworbene Entwicklungsstörung der Hüfte, die
in verschiedenen Graden auftritt.

HD betroffenes Gelenk:
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Infolge
dieser Entwicklungsstörung kommt es im Laufe der Skelettreifung
beim Welpen und Junghund zu verschiedenen Veränderungen am Hüftgelenk.
Betroffen sind die Knochen des Hüftgelenks, die Hüftgelenkpfanne, die vom Becken gebildet wird, der Oberschenkelkopf und der Schenkelhals, außerdem
die Gelenkkapsel und die Muskeln der Hüfte und des Oberschenkels.
Während sich in diesem Alter im Normalfall der Oberschenkelkopf
(Femurkopf) in der Hüftgelenkpfanne (Azetabulum) zunehmend
zentriert, kommt es bei der HD allmählich zu einem Abwandern
des Oberschenkelkopfes von der Pfanne.
Diese Lageveränderung
des Oberschenkelkopfes kann sich unterschiedlich geprägt
fortsetzen und bedeutet eine verschiedengradige, teilweise
Ausrenkung des Hüftgelenks (Subluxation).
Im Extremfall
verlagert sich der Kopf völlig aus der Pfanne heraus,
es hat sich dann eine komplette Ausrenkung (Luxation) des Hüftgelenks
entwickelt.
Es gibt auch noch die Form der HD, dass z.B. die
Pfanne oder die Kugel nicht genügend ausgebildet ist.

Krankheitsentstehung:
Bestehen nun genetisch bedingte Abweichungen in Form oder
Zusammenspiel der genannten Strukturen, so bezeichnet man
solche Hüftgelenke als dysplastisch.
Solch eine Fehlbildung bzw. Fehlentwicklung eines oder beider Hüftgelenke
kann die unterschiedlichsten Schweregrade aufweisen.
Auch die Ausprägungsform
einer HD ist mannigfaltig.
So kann die Hüftgelenkspfanne zu flach sein
und/oder der Oberschenkelkopf zu klein.
Jede Abweichung in der Übereinstimmung
von Pfanne und Kopf wird als Inkongruenz bezeichnet.
Manche
Autoren machen Muskelanomalien (vorrangig einen verkürzten
Muskulus pectineus) verantwortlich. Hierdurch werde der an
diesen Muskel angeheftete Oberschenkelkopf permanent gegen
die Pfannenwand aufgezogen, was wiederum zu den bekannten Folgeerscheinungen
führen soll.
Eine weitere Ursache für HD ist ein
zu lockerer Gelenkschluß, d.h. der Kopf sitzt nicht fest
und straff genug in der Pfanne.
Gründe hierfür sind z.B. zu
schlaffe Bänder oder Gelenkkapseln.
Beides, sowohl die
Inkongruenz als auch ein zu lockerer Gelenkschluß, kann
im Laufe der Zeit zu sekundären degenerativen Veränderungen
führen.
Diese
stellen sich durch die dauerhaften Fehlbelastungen der Gelenkflächen früher oder später als Schwund
des Gelenkknorpels sowie als Exostosen und Arthrosen ein.
Als
extreme Folge hiervon wiederum kann sogar eine Luxation des
Hüftgelenkes auftreten.
Die knöchernen Veränderungen,
die man oftmals bei einer fortgeschrittenen HD auf dem Röntgenbild
feststellt, sind also nicht Symptome der eigentlichen Erkrankung,
sondern Folgeerscheinungen.
Man bezeichnet dies als Coxarthrose.

HD-frei Hüfte:
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Die HD ist ein genetisch bedingtes
Leiden:
Anders
als bei bestimmten Körpermerkmalen
und auch bestimmten Erbkrankheiten (u.a.Stoffwechselerkrankungen)
ist nicht ein
einzelnes Gen verantwortlich.
Vielmehr wird die Anlage zur
Ausbildung einer HD von verschiedenen Genen beeinflusst, man
nennt diese Art der Vererbung auch polygenetisch (polyviel).
Dies ist auch mit ein Grund dafür, dass es bei der HD
kein Alles-oder-Nichts-Prinzip, sondern alle nur
denkbaren Abstufungen an Schweregraden gibt.
Auch die Beteiligung
verschiedener Umweltfaktoren spielt hierbei eine Rolle.
Besonders
erwähnenswert
sind Fütterung
und Bewegung.
Gerade in letzter Zeit konnte
man vereinzelt die Meinung hören,
dass die HD eine ausschließlich umweltbedingte
Erkrankung sei.
Daß dem
nicht so ist, gilt allerdings schon seit einiger
Zeit als gesichert.
Fraglich ist nur, welchen Anteil die Gene,
und welchen
die Aufzucht- und Umweltbedingungen spielen.
Das
Vorkommen der HD ist bei den einzelnen Hunderassen unterschiedlich,
mitunter hat sogar die selbe
Rasse in verschiedenen Ländern
eine unterschiedliche Frequenz.
Betroffen sind vorrangig mittelgroße
bis große Rassen.
Wie wir nun also wissen, erbt der Hund eine bestimmte Veranlagung
zur Ausbildung einer HD.
Diese Veranlagung besitzt er bereits
bei der Geburt.
Zu diesem Zeitpunkt ist eine Diagnose allerdings
noch nicht möglich,
da sich die Merkmale der Dysplasie
erst im Laufe der Skelettentwicklung bilden.

Mittlere HD:
Teilweise sind diese Merkmale bereits im Alter von einigen
Wochen bis Monaten feststellbar, eine eindeutige und endgültige Diagnose kann allerdings
erst nach Abschluß des Wachstums, also ab einem Alter von 12 bis 18 Monaten
gestellt werden.
Ab der Geburt wirken auch die oben erwähnten Umweltfaktoren
auf den Hund ein.
Die meiste Bedeutung haben hierbei die Art der Fütterung sowie
Art und Ausmaß der Bewegung.
Als nachteilig haben sich zu energiereiche
sowie zu eiweißreiche Fütterung vor allem großrassiger Hunde
erwiesen.
Auch übermäßige körperliche Arbeit, z.B. zu
frühes und zu ausgedehntes Training, vor allem an der Steilwand, wirkt
sich negativ auf die Entwicklung der Hüftgelenke aus.
Eine
straffe Kruppen- und Oberschenkelmuskulatur durch moderate,
gleichmäßige Bewegung hingegen
ist günstig
für die Stabilisierung der Hüften.
Optimale Aufzuchtbedingungen
die für gewissenhafte Züchter und Halter sowieso
eine Selbstverständlichkeit sein sollten, sind für
die Aufzucht HD-gefährdeter Rassen und
Hunde ein absolutes Muss.
Die klinischen Symptome der HD
reichen von einer verminderten Aktivität, besonders auffällig
wird dies natürlich bei Junghunden, über Schmerzen
beim Aufstehen bis zu passiver Bewegung des Hüftgelenkes.
Der Tierarzt kann durch eine bestimmte Manipulation ein Schnapp-Geräusch
des Gelenkes provozieren, das ebenfalls typisch für eine
HD ist.
Eine sichere Diagnose allerdings kann erst durch Röntgenaufnahmen
gestellt werden.

Starke HD:
Diagnose:
Nach wie vor wichtigstes diagnostisches Mittel ist die Röntgenaufnahme.
Bei manchen Rassen zur Zuchtzulassung Pflicht, sollte generell
jeder Hund ab mittlerer Größe (auch Mischlinge) in einem bestimmten Alter (frühestens
mit 18 Monaten) HD-geröntgt werden, um Inkongruenzen oder deformierte
Gelenksanteile feststellen zu können.
Für eine korrekte HD-Aufnahme
wird der Hund sediert (ruhig stellen, beruhigen).
Dies ist notwendig, um eine
vollständige Entspannung der Muskulatur zu erreichen.
Der Hund wird auf
dem Rücken gelagert, eine Person zieht ihn an den Vorderläufen nach
vorne, eine andere streckt die Hinterläufe und dreht sie gleichzeitig
nach innen.
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Die Aufnahme muß absolut symmetrisch sein, außer den
Hüftgelenken sowie den Darmbeinflügeln müssen auch die Kniegelenke
und Kniescheiben vollständig im Bild sein.
Um die Aufnahme dann auswerten zu können, muss der Tierarzt, zumindest
bei den leichteren Graden, über einige Erfahrung verfügen, wobei
die Anzeichen einer schweren HD auch für Laien oft schon zu erkennen ist.
Die sogenannten "offiziellen" Aufnahmen müssen zur Auswertung
an eine zentrale Auswertungsstelle geschickt werden, die je nach Rassezuchtverein
unterschiedlich ist.

Röntgen:
Heute ist die
Situation so, dass jeder Tierarzt offiziell HD-röntgen darf,
natürlich
aber auch für die korrekte Lagerung und die Qualität der Aufnahme
verantwortlich ist.
Unter
Umständen kann es vorkommen,
dass Bilder von der zentralen Auswertungsstelle als nicht
auswertbar zurückgehen
und erneute Aufnahmen angefertigt werden müssen.
Konkrete Angaben zum
Zustand der Hüftgelenke hinsichtlich einer HD können
erst nach Abschluss des Epiphysenwachstums gemacht werden,
aus diesem Grund fällt auch der Zeitpunkt der offiziellen
Röntgenaufnahme nie vor Beendigung des 18. Lebensmonats.
(Aussie)
Die Diagnose der HD aufgrund von Röntgenaufnahmen erfordert
vom Tierarzt, wie bereits erwähnt, ein gewisses Maß an
Erfahrung.
Die endgültige Beurteilung hängt somit ausschließlich
von der Meinung eines bestellten
Obergutachters ab - eine nicht
unumstrittene Regelung.
Zur Beurteilung des Schweregrades gibt es bestimmte
Kriterien,
die dem Auswerter ebenfalls geläufig
sein müssen. So müssen
die Lagerung, die Pfannenform, die Form des Oberschenkelkopfes,
der Sitz des Kopfes in der Pfanne, der Oberschenkelhals und
der Gelenkspalt beurteilt werden.

Der Norberg-Winkel:
Statistik
Es wird
eine Messung des sogenannten NORBERG - Winkels durchgeführt.
Diese
Messung, die mit einer speziellen Schablone direkt am Röntgenbild erfolgt,
erlaubt eine objektive Zusatzbeurteilung des Hüftzustandes.
Bei der Messung kommt zwei Hauptkriterien besondere Bedeutung
zu:
1.
Der Geschlossenheit des Gelenks, soll heißen, Oberschenkelkopf
und Beckenpfanne müssen optimal ineinander passen. Die
Außenkontur des Oberschenkelkopfes soll vollständig
parallel zur Kontur des der Pfanne verlaufen.
2.
Der Winkel nach Norberg: Er ist ein objektiver Ausdruck
der Tiefe
der Beckenpfanne. Er soll 105
Grad oder mehr betragen.
Als zusätzliche Kriterien werden entzündliche Veränderungen
am Gelenk und natürlich auch das Alter des Tieres berücksichtigt.
Norberg-Winkel ---------------------------A---------B--------C---------D............E
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Gradeinteilung:
HD-Frei: (A1-A2)
Die Gelenkpfanne ist tief, Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne
sind gleichförmig.
Es gibt an beiden keine Auflagerungen, der Winkel nach Norberg
beträgt mindestens 105°.
Bei hervorragenden Hüftgelenken (frei-
A1) umgreift ein Teil des Pfannenrandes den Oberschenkelkopf noch etwas weiter.
HD-Verdacht: (B1-B2)
Oberschenkelkopf oder Pfannendach sind geringfügig ungleichmäßig
und der Winkel nach Norberg beträgt 105° oder mehr oder dieser beträgt
weniger als 105° und Oberschenkelkopf und Pfannendach sind gleichförmig.
Geringe Unschärfen am Pfannenrand können vorhanden sein
Leichte HD: (C1-C2)
Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne sind ungleichmäßig,
der Norbergwinkel ist kleiner 100°.
Geringe Unschärfen am Pfannenrand
können vorhanden sein. Eventuell geringe Unschärfen oder geringe
Anzeichen arthrotischer Veränderungen.
Mittlere HD: (D1-D2)
Deutliche Ungleichheit zwischen Oberschenkelkopf und der Gelenkpfanne
mit Teilverrenkung.
Norbergwinkel größer 90°.
Abflachung des
Pfannenrandes und/oder arthrotische Veränderungen.
Schwere HD: (E1-E2)
Auffällige Veränderungen an den Hüftgelenken, z.B.
Ausrenkung oder Teilverrenkung. Norbergwinkel unter 90°,
Deutliche Abflachung
des Pfannenrandes. Pilzförmige, abgeflachte Verformung des Oberschenkelkopfes
oder andere arthrotische Veränderungen.
FCI-Beurteilung
Belgien |
A |
B |
C |
D |
E |
Deutschland |
A1 - A2 |
B1 - B2 |
C1 - C2 |
D1 - D2 |
E 1 - E2 |
Niederlande |
1 Point |
2 Points |
3 Points |
4 Points |
5 Points |
Schweden |
0 |
- |
1 |
2 |
E1=3 E2=4 |
England |
0 -
3 |
4 -
8 |
9 -
18 |
> =
19 |
|
USA - OFA |
A1= Excellent
A2= Good |
B1 = Fair
B2 = Borderline
|
C1 - C2 =
Mild / Dysplasia
|
D1 - D2 =
Moderate / Dysplasia |
E1 -E2 =
Severe / Dysplasia |
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Ellenbogendysplasie:
Bei der Ellenbogengelenksdysplasie (ED)
handelt es sich um eine wahrscheinlich vererbbare Wachstumsstörung
der Unterarmknochen (Elle und Speiche).
Dabei kommt es zu
einem unterschiedlichen Längenwachstum mit verheerenden
Folgen für das Ellenbogengelenk.
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-----------------Röntgenaufnahme von vorne und seitlich
(normales Ellbogengelenk)
----------------
------------------ 
-------------------Röntgenaufnahme von vorne und seitlich
(massive Arthrose)

Drei dieser Missbildungen haben die folgenden
wissenschaftlichen Namen:
OCD:
Osteo Chondrose Dissecans des medialen Abschnittes der
Trochlea Humeri,
und Osteochondrose am Humers Kopf, vereinfacht: Knorpel-Knochen-Erkrankung.
FPC:
Fragmentierter Processus Coronideus medialis, auch gebrochener
innerer Kronenfortsatz genannt.
IPA:
Isolierter
Processus Anconaeus. Dies bedeutet, dass der Krümmungsfortsatz des Ellenbogenhöckers
lose ist.
Diese
Abweichungen werden unter dem Kürzel ED zusammengefasst.
Das Fatale bei der ED ist, dass die oben aufgeführten
Erkrankungen, oder besser gesagt deren Folgen, sowohl einzeln
als auch kombiniert auftreten können.
Der Hund leidet
unter schmerzhafter Lahmheit, bewegt sich nur, wenn es eben
sein muss, und auch die Gliedmassen können Fehlstellungen
aufweisen.
Die Beschwerden treten meistens während der
stärksten Wachstumsphase, also zwischen dem vierten bis
achten Monat auf.
Oft gibt es zwischen den verschiedenen Erkrankungen
im Ellenbogengelenk nur geringfügige Unterschiede.

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-----------------Wachstumsfugen
Aufnahme von oben und seitlich.
Es
ist darum sehr wichtig, einwandfreie und qualitativ hochwertige
Röntgenaufnahmen zu machen,
um zu einer richtigen Diagnose
zu kommen.
Es empfiehlt sich daher, einen Spezialisten aufzusuchen.

Mögliche Ursachen für
ED:
1.
Eine starke Überbelastung in der Wachstumsphase,
lange
anstrengende Spaziergänge, Fahrradfahren oder übermässiges
Treppensteigen.
2. Zu reichliche Fütterung, „hochwertiges" Welpenfutter
oder Zufügen von extra Vitaminpräparaten an ausgewogenes
Futter, das bewirkt eine Störung des Calcium/P-Verhältnisses.
3. Erbliche Veranlagungen,
obwohl sich bei diesem Punkt die
Geister scheiden, denn man weiss noch nicht, welche Faktoren
erblich sind.
4. Unfälle, schwere Stürze, Verstauchungen, Brüche
und Tumore können ebenfalls ED verursachen.

OCD:
Während der Wachstumsphase kann es vorkommen, dass Knorpel
nicht verknöchern.
Diese Stellen bleiben dann dick und
sehr empfindlich.
Der Knorpel kann sich von der Unterschicht
des Gelenks teilweise oder auch ganz ablösen und lose
im Gelenk liegen bleiben.
Der darunter liegende Knorpel verwächst
sich jedoch nicht mit dem abgerissenen Stück und er füllt
auch das entstandene „Loch" nicht wieder auf.
Durch
diese Unregelmässigkeiten im Gelenk entsteht Verschleiss.
OCD offenbart sich häufig so rund nach vier bis sieben
Monaten und kommt meist beidseitig vor.
Rüden erkranken
in der Regel häufiger als Hündinnen.
Bewiesen
ist, dass eine zu reichliche Fütterung (Welpenfutter!)
und damit verbunden ein zu hoher Calciumwert OCD verschlimmert.
Meistens handelt es sich um grosse, viel zu schwere Tiere,
die nach aussen gedrehte Vorderbeine aufweisen („französisch
stehen").
Eine Operation (Abkratzen der Knorpelschicht)
ist notwendig, garantiert aber keine hundertprozentige Heilung.

FPC:
An der Innenseite des Ellenbogens finden wir an der Elle ein
Knochen-Stückchen, das den Namen Processus Coronoideus
trägt.
Wenn er während der Wachstumsphase nicht
richtig verknöchert, ist er instabil und kann abbröckeln,
um dann lose im Gelenk liegen zu bleiben.
Diese abgelösten
Stücke verursachen immer einen Verschleiss im Gelenk
(Arthrose).
Es ist sehr schmerzhaft.
Die Probleme treten
meistens so ab drei bis zehn Monaten auf. 50 Prozent der
Patienten haben es beidseitig.
Nach drei Wochen zeigt sich
Besserung.

IPA:
Eine andere Störung ist die Abtrennung des Krümmungsfortsatzes
des Ellenbogenhöckers, das auf ähnliche Weise loslassen
kann.
Es ist nur mit Knorpel am Knochen verbunden und somit
an dieser Stelle gegen mechanische Einwirkung geschwächt.
Der Processus Anconaeus (PA) kann abreissen.
In 30 Prozent
der Fälle kommt es beidseitig vor.
Das abgelöste
PA muss operativ entfernt werden.
Eine Verbesserung des Zustandes
zeigt sich relativ rasch, wenn der Verschleiss noch nicht zu
fortgeschritten ist.
Eine
weitere Störung im Ellenbogengelenk kann das ungleiche
Längenwachstum von Speiche und Elle sein.
Die Teile passen
nicht aufeinander.
Es bildet sich eine Stufe. Dieser Zustand
kann sich normalisieren.
Alle diese Veränderungen können einzeln oder miteinander
auftreten und führen
zwangsläufig zu einer Inkongruenz
der Gelenkflächen und somit zu einer gewissen Instabilität.
In den meisten Fällen zieht eine Veränderung die
andere nach sich,
womit ein Teufelskreis entsteht. Der Körper
reagiert auf diesen Reiz mit Entzündung und
versucht mit
Knochenzubildung eine Stabilisierung des Gelenkes zu erreichen,
was zu Arthrose
und Schmerz führt.
Wenn der Defekt aber beim bereits
erwachsenen Tier festgestellt wird, muss er behandelt werden.

Dr. med. vet. FVH Thomas Baumgartner
Tierklinik Sonnenhof AG, Derendingen
Die Hüftgelenksdysplasie des
Hundes
Sylvia M. Linnmann
Parey Buchverlag Berlin
ISBN 3-8263-3213-X
